ZEN-TRIERUNG

Sinneswald Leichlingen 2016


Thema Europa "Sinneswald"

Sinneswald Leichlingen 2014

Yggdrasil (Weltenbaum)

Installation im Stammheimer Schlosspark, Köln


Quelle: Katalogtext Schlosspark Stammheim 2012
 

 „Eine Esche weiß ich stehen, sie heißt Yggdrasil, ein hoher Baum ...Immergrün steht sie über dem Brunnen der Urd„

 Aus der Lieder-Edda
 

 Im Schlosspark kommt es leider immer mal wieder vor, dass abgestorbene Bäume aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssen. Dieses Jahr ist es eine imposante 200jährige Esche, die durch ihre besondere Wuchsform zu den fantasieanregendsten Großpflanzen gehört. Das Künstlerduo Herterich/ Menger nimmt sich der alten Esche an und aktualisiert mit der Installation den nordischen Mythos von Yggdrasil, dem Weltenbaum. Der Mythos besagt, dass die gigantische Esche die gesamte Welt von Ober-, Mittel- und Unterwelt verkörpert. Er symbolisiert die Schöpfung als Gesamtheit und steht gleichzeitig für die Wiedererneuerung allen Lebens, denn er wird von den schicksalsbestimmenden Nornen mit heiligem Wasser aus dem Urdbrunnen versorgt.
 Die Kantholzkonstruktion des Künstlerpaars ruht auf drei mächtigen Aststümpfen, so wie Yggdrasil drei riesige Wurzeln besitzt. Das Astwerk aber ist fragmentarisch und gibt Hinweis auf die schwindenden natürlichen Grundlagen des menschlichen Lebens. (RB)

Installation im Stammheimer Schlosspark, Köln

Wasser, agua, apá, eau, water, yc

Eine goldene Wurzel windet sich von einer gewaltigen Rotbuche hin zum Rhein.
Beides, Flüsse und Wurzeln sind Lebensadern. Beide transportieren ein wertvolles Gut – Wasser.
 
Ohne Wasser gibt es kein Leben.
 
Sauberes Wasser wird für Mensch und Natur immer knapper. Eine ausreichende Versorgung wird auf allen Kontinenten zunehmend zum Problem.
 
Sauberes Wasser ist kostbar. Lediglich 3 Prozent des auf der Erde vorhandenen Wassers ist für den Menschen nutzbar. In manchen Teilen der Welt ist Wasser schon wertvoll wie Gold. Allein in den 27 EU-Staaten haben 2 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Weltweit sind 2 Milliarden Menschen betroffen. In Deutschland kaum vorstellbar, wo sauberes Wasser so selbstverständlich aus dem Hahn fließt.
 

Agua ist knapp in Lateinamerika
 
Apà ist knapp in Europa
 
Eau ist knapp in Afrika
 
Water ist knapp in Australien
 
Yc ist knapp in Asien


Parallel zur Verknappung des Wassers verstärken sich die Bestrebungen der Lebensmittelindustrie, die Wasserversorgung zu kommerzialisieren. Auch in der EU gibt es Pläne, die kommunale Wasserversorgung zu privatisieren.
 
 Der Zugang zu sauberem Wasser wurde 2010 von der UNO als Menschenrecht proklamiert.
 Wasser darf deshalb kein Handelsgut werden! 

Teilnahme am weltweiten Skulpturenprojekt "pillars of freedom"

Freiheit durch Verbundenheit

Was bedeutet Freiheit für uns ganz per­sönlich? Was heißt das für die Gruppe? Was bedeutet Freiheit für uns als Künstlerinnen? Diese Fragen stellten wir uns als Künstlerin­nen­gruppe Pentacaela bei der Vorbereitung des Projektes. Viele Stunden lang tauschten wir unsere Gedanken aus. 

Unser Fazit: Es gibt keine „richtigen“ Ant­worten auf diese Fragen. Doch die inten­sive Auseinandersetzung mit dem Thema und die Gespräche waren ein großer Gewinn. 

Dann wagten wir das „Experiment“: 
 Fünf Bildhauerinnen gestalten gemeinsam eine Skulptur. 

Wir haben im Kleinen geübt, was in den Gesell­schaften und in der Weltgemeinschaft im Großen passiert. Das Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit und Inte­gration in die Gruppe ist der Kern unseres künstlerischen Konzeptes. 

Das Streben nach Freiheit ist ein ständiger Balanceakt zwischen Selbstverwirklichung und Anpassung an die Gemeinschaft. – Freiheit ist anstrengend. – Freiheit ist eine permanente Aufgabe. 

Wir haben bei der Zusammenarbeit erlebt, dass wir als Gruppe über unsere persön­lichen Grenzen hinaus mehr und anderes leisten können. 

Diesen Aspekt haben wir zu unserem Thema gemacht: 

„Die Freiheit der Einzelnen kann sich auch in der Verbundenheit mit anderen verwirklichen.“

Unsere Skulptur besteht aus fünf individuell gestalteten Elementen, die sich zu einer Säule verbinden. Kubistische Körper bilden die Basis. Der folgende Schriftteppich ent­hält die Kernaussage, die Namen der Künst­lerinnen und ihrer Vorbilder. Dann folgt ein von tiefen Einschnitten geprägtes Ele­ment und eines mit organischen Mäandern. Bekrönt wird die Säule von einer fünfköpfigen Figurengruppe. 

Die Leitgedanken für unser „Experiment“ gelten ganz allgemein für ein Leben in Freiheit: 

·         Wir verbinden unsere Ausdrucks­kraft zu einem Ganzen.

·         Wir respektieren die schöpferische Freiheit der Anderen.

·         Wir schätzen Vielfalt und Andersartigkeit. 

Wir widmen unsere Skulptur den Künstlerinnen vor uns, die uns durch ihr Leben und Wirken ein freies künstlerisches Arbeiten als Bildhauerinnen ermöglicht haben. 

Pentacaela, November 2017


"Freiheit ohne Selbstbeschränkung zerstört sich selbst."

- Marion Gräfin Dönhoff -